Das Österreichische Orgelforum (ÖOF)

wurde 1975 gegründet, »um das Orgelwesen zu fördern und die Interessen aller Personen, die mit der Orgel befasst sind, wahrzunehmen«.

Es wendet sich an Organisten, Orgelbauer, Orgel­wissenschaftler und alle »Orgelliebhaber« und bietet eine Plattform, um das faszinierende »Instrument Orgel« in allen seinen Aspekten zu beleuchten, zu diskutieren – und natürlich zu hören…

Als »Forum« möchte das ÖOF einer Vielfalt von Auffassungen Raum geben und alle Mitglieder auch zur aktiven Teilnahme an den einzelnen Veranstaltungen und (den oft heftigen) Diskussionen einladen.

Die Geschichte des Österreichischen Orgelforums

 

Die Idee zur Gründung des Österreichischen Orgelforums ging 1974 von Prof. Kurt Rapf (1922–2007) aus. Die Orgelszene – nicht nur in Wien – war damals schon seit langem von einer Spaltung in zwei „Lager“ geprägt; das betraf vornehmlich die Organisten, wirkte sich aber auch auf Präferenzen für Orgelbauer aus. „Die Notwendigkeit stand außer Zweifel,“ schrieb Karl Schütz in einem Rückblick auf 25 Jahre Bestand der Vereinigung, „eine Diskussion verschiedener Anschauungen war kaum möglich, in der Öffentlichkeit hatte die Orgel einen geringen Stellenwert.“

Nach Vorgesprächen wurde 1975 ein Proponentenkommitee gegründet, in dem sich zum ersten Mal Persönlichkeiten aus den verschiedenen Denkrichtungen zusammenfanden. Schließlich erteilte die Vereinsbehörde am 3. Juni 1975 dem Verein die Genehmigung. Zum ersten Präsidenten wurde der Chorpädagoge und Komponist Franz Burkhart gewählt; Vizepräsident war der Komponist Josef Friedrich Doppelbauer.

Die weiteren personellen Veränderungen im Vorstand in den Jahren 1975–2000 sind in Heft Nr. 4 (Juni 2001) dokumentiert. Wichtige Einschnitte waren die Wahl von Prof. Dr. Karl Schütz zum Präsidenten im Jahr 1983 sowie die Wahl seines Nachfolgers Dr. Wolfgang Kreuzhuber 2003, der das Amt bis 2017 innehatte. Beide Genannten waren Leiter des Zentrums für Orgelforschung (vormals Institut für organologische Forschung) an der Musikhochschule bzw. Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, wodurch sich beträchtliche Synergien ergaben.

In den ersten 15 Jahren stieg die Mitgliederzahl auf weit über 300 Mitglieder, ein Drittel davon aus dem Ausland. 1978 wurde in Linz die erste Tagung durchgeführt. Weitere Tagungen fanden im Zwei-Jahres-Rhythmus statt und gehören zu den bestens angenommenen Kernaufgaben des Orgelforums.

Ein besonderer Höhepunkt in der Geschichte des Vereins war die gemeinsam mit der Gesellschaft der Orgelfreunde durchgeführte große Tagung in Wien im Sommer 1990 (7. Internationales Symposium des Orgelforums, gleichzeitig 38. Internationale Tagung der GDO). In einer abgewandelten Form der Zusammenarbeit soll es im Sommer 2020 erneut eine solche Tagung in Wien geben.

Von Anfang an war es dem Verein ein Anliegen, den Kontakt zwischen Organisten und Orgelbauern zu intensivieren („auf Augenhöhe“); das schloß auch die Kontakte mit den diözesanen Referenten und dem Bundesdenkmalamt ein. In den letzten Jahren wurden regelmäßige Gespräche zwischen den Genannten institutionalisiert („Denkwerkstatt“).

Das Österreichische Orgelforum gibt die gleichnamige Zeitschrift heraus; die Entwicklung der Publikation und ein Verzeichnis der Beiträge findet man > hier.

 

Der Vorstand

 

Im Vorstand der Vereinigung spiegeln sich verschiedene orgel-nahe Berufsfelder wider: Orgel unterrichten, Orgel bauen, Orgel dokumentieren, über Orgeln forschen.

Was man nicht auf den ersten Blick sehen kann: hier sind auch vielfältige Interessen und Begabungen hereingeholt und den Zielen des Orgelforums dienstbar gemacht.